Physiotherapie beim Kleintier
„Es ist nicht maßgeblich, was Sie bewegen, sondern wie Sie bewegen.“

(Shirley A. Sahrmann)

Die Physiotherapie ist eine Kombination aus uralten Heilmethoden, die schon seit Jahrtausenden am Menschen erfolgreich angewandt wird. Heute wird sie auch in der Veterinärmedizin bei Hunden, Katzen und sogar Pferden immer selbstverständlicher.
Die Physiotherapie versteht sich als Behandlung gestörter Körperfunktionen mittels „therapeutischer Hände“ sowie physikalischer Techniken und dem gezielten Training physiologischer Bewegungsabläufe. Oberste Ziele sind Verringerung von Schmerz und Verkürzung von Heilungszeiten. Bei chronischen Erkrankungen wird der Ist-Zustand gehalten und eine Verschlechterung verlangsamt.

Die Einsatzgebiete der Physiotherapie sind zahlreich. Von Vorbeugung und Rehabilitation über Therapie erkrankter Knochen, Nerven, Muskeln, Gelenke bis hin zu Narbenbehandlung und Gewichtsreduktion macht die Physiotherapie fast alles möglich. Schmerzen werden gelindert, Beweglichkeit und Muskelfunktionen sowie Koordinationsfähigkeit verbessert und pathologisch „falsche“ Bewegungsmuster gehemmt. Ebenso eignet sich die Physiotherapie hervorragend zur Begleitung und Unterstützung sportlich aktiver und täglich geforderter Tiere. Auch zeigen sich positive Auswirkungen auf die Psyche des vierbeinigen Patienten: Die Massagen wirken entspannend, die bessere Beweglichkeit sorgt für mehr Lebensfreude, Ausgeglichenheit und Selbstbewusstsein.

Da die meisten Tiere bei Schmerz zu Tapferkeit neigen und uns auf Nachfrage nicht antworten können, stehen wir in der Verantwortung, die Empfindungen unserer Lieblinge zu erkennen, zu deuten und für entsprechende Behandlung zu sorgen.
Pflicht vor Beginn einer Therapie ist die genaue tiermedizinische Untersuchung sowie ein langes Gespräch mit dem Patientenbesitzer. Welche Techniken zum Einsatz kommen wird daraufhin in ein einem individuellen Therapieplan festgelegt. Für die Erfolgsaussichten ist es ratsam, so früh wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. Die Physiotherapie ist eine schmerzfreie Methode, die Ihr Tier genießen wird!

Die moderne Physiotherapie bedient sich vielfältiger Techniken. Um einige im groben Überblick zu nennen:

•    Massagetherapie
•    Gerätetherapie
•    Schmerzakupunktur
•    Elektrotherapie
•    Triggerpunkttherapie
•    Manuelle Therapie
•    Aktives und passives Bewegen
•    Gangschulung
•    Atemtherapie
•    Thermotherapie

Eine erfolgreiche Physiotherapie erfordert immer die Mitarbeit aller Beteiligten, also auch die von Patient und Besitzer. Einige Übungen können und müssen auch Zuhause durchgeführt werden, dazu gehört viel Disziplin, Zeit, Geduld und Konsequenz. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Trainingseinheiten die Beziehung zwischen Mensch und Tier vertiefen können.Leider sind auch der Physiotherapie Grenzen gesetzt. Ängstliche oder aggressive Tiere, die sich gar nicht anfassen lassen, sowie Patienten mit bösartigen Tumoren profitieren von der Physiotherapie leider nicht.

Ein mir am Herzen liegender Hinweis in eigener Sache:
Da unkundige Personen mit vermeintlicher so genannter Physiotherapie und Osteopathie Ihrem Tier auch schaden können, sollten diese Therapieformen nur von einem Tierarzt mit einer Zusatzausbildung in Physiotherapie und / oder Osteopathie durchgeführt werden. Denn:

Bewegung und Beweglichkeit ist Lebensqualität!